Im April für Sie auf unserer Bühne:

Die Heirat

Nikolai W. Gogol

Regie: Marie-Louise Lienhard Ullrich

Unsere Vorstellungen:

Freitag17. April 202620 Uhr
Samstag18. April 202620 Uhr
Sonntag19. April 202617 Uhr
Mittwoch22. April 202620 Uhr
Freitag24. April 202620 Uhr
Samstag25. April 202620 Uhr
Sonntag26. April 202617 Uhr
Mittwoch29. April 202620 Uhr
Donnerstag30. April 202620 Uhr

Jeweils ab 18.30 Uhr «Gediegene Restauration» (-> siehe unten), sonntags ab 15.30 Uhr und nach der Vorstellung.

oder den Vorverkauf nutzen bei:
Buchcafé, Emil-Frey-Strasse 159, 4142 Münchenstein
Zollweiden Apotheke, Baselstrasse 71, 4142 Münchenstein

Abstand

Das Stück

Gogols «unglaubliche Begebenheit in zwei Akten» handelt vom trägen Hofrat Podkoljesin mit seiner ausgeprägten Angst vor der Ehe und sprüht nur so vor Sprach-, Charakter- und Situationskomik.
Hofrat und ewiger Junggeselle Podkoljesin kommt zu dem Schluss, dass man doch irgendwann einmal heiraten muss. Zumindest Schuhe und einen Frack hat er für die Hochzeit schon besorgt, jetzt muss nur noch eine Frau dazu gefunden werden. Das aber ist Aufgabe der Heiratsvermittlerin, die auch schon etwas Passendes im Angebot hat: Die Kaufmannstochter Agafja Tichonowna möchte unbedingt einen Adligen zum Mann.
Theoretisch mag das funktionieren, doch in der Praxis sieht Podkoljesin überall unüberwindbare Hürden. Sein Freund Kotschkarjow muss beinahe Gewalt anwenden, um ihn zum Treffen mit der jungen Frau zu bewegen. Doch bei der Brautschau hören die Probleme nicht auf. Denn die Liste der Bewerber ist lang, sie kommen aus allen Ständen und Berufen, vom schwärmerischen Infanterieoffizier a.D. bis zum grobschlächtigen Beamten. Da Agafja bei so breit gefächertem Angebot nicht gleich eine Entscheidung fällen kann, versuchen die ehrenwerten Herren es mit diplomatischem Geschick.
Podkoljesin, beruflich von erstaunlichen Qualitäten, doch privat eher ein Umstandskrämer, möchte angesichts der illustren Konkurrenz gleich aufgeben. Sein Freund Kotschkarjow jedoch ist beseelt von seiner Mission, den Freund in den heiligen Hafen der Ehe zu bugsieren und schlägt mit taktischer Raffinesse alle anderen Bewerber aus dem Spielfeld. Als endlich alles zum Besten steht, kurzerhand Pfarrer und Hochzeitstafel bestellt sind, zwischen Podkoljesin und Agafja sogar ein Pflänzchen der Sympathie keimt, da überstürzen sich die Ereignisse…
Für niveauvolle und turbulente Unterhaltung ist vorgesorgt.

Abstand

Der Flyer

Unser Flyer für Sie zum herunterladen

Abstand

«Gediegene Restauration»

Zum Essen gibt es борщ also Borschtsch garniert mit Crème fraiche, wahlweise mit oder ohne Schweinswürstchen und dazu dunkles Brot.
Borschtsch ist ein Nationalgericht der Ukraine. Die ukrainische Borschtsch-Kultur wurde 2022 von der UNESCO als schützenswertes Weltkulturerbe anerkannt.

Auch eine Auswahl an Kuchen wird angeboten

Zum Trinken gibt es Mineral, diverse Süssgetränke, Bier, Wein und Prosecco, sowie Kaffee und Tee. Für Liebhaber wird auch Vodka ausgeschenkt.

Abstand

Der Autor

Nikolai Janowski wurde am 1. April 1809 in Sorotschinzy (heute Welyki Sorotschynzi in der Ukraine) als Sohn von Wassili Afanassjewitsch Janowski (1777–1825), Grundbesitzer des Dorfes Wassiljewka (heute Gogolewo) in der Region Poltawa, und seiner Frau Marija Iwanowna (1791–1868) geboren. Die Frage nach der Herkunft der Familie Janowski ist nicht endgültig geklärt, die Vorfahren des Schriftstellers kamen aus dem Kleinadel. Um die Adelsprivilegien von der Regierung zu bekommen, verwendete die Familie ab 1821 den Doppelnamen Gogol-Janowski. Gogol sollte an kosakische Vorfahren der Familie erinnern.
Gogols Vater galt als Träumer und es wird angenommen, dass die Bühnenaktivitäten seines Vaters, der ein ausgezeichneter Erzähler war und Theaterstücke für das Bauerntheater auf Ukrainisch und auf Russisch schrieb, die Interessen des zukünftigen Schriftstellers bestimmt haben — Gogols frühes Interesse am Theater. Gogols Mutter, Marija Iwanowna, geborene Kosjarowskaja, wurde 1805 im Alter von vierzehn Jahren verheiratet. Der Bräutigam war doppelt so alt wie sie.
In Neschin ging Gogol zum Studium ins Fürst-Besborodko-Lyzeum. Während seines Schulbesuchs am Lyzeum litt Gogol an Skrofulose (Tuberkulose der Halslymphknoten) und schaffte es, dem Spott der Mitschüler durch Überspitzungen zu entgehen. Er war klein, krumm gewachsen und dünn, hatte schlechte Haut und eine übermäßig lange, spitze Nase. Zeitgenossen rätselten über sein mürrisches, konzentriertes, düsteres, aber kluges Wesen mit autistischen Zügen. Der 18-jährige Gogol notierte: „Alle halten mich für ein Rätsel.“ Als sein Vater starb, war Gogol sechzehn.
In dieser Zeit schrieb Gogol seine ersten literarischen Werke und veröffentlichte einige davon unter Pseudonym in Manuskripten und Almanachen. Als 19-jähriger ging er nach Sankt Petersburg und versuchte 1828, eine Anstellung an der dortigen Universität zu erhalten, was ihm nicht gelang. Daraufhin unternahm Gogol eine Reise nach Deutschland und versuchte es mit der Schauspielerei. 1829 erhielt er eine Stelle im russischen Staatsdienst. 1831 gab er seine Anstellung jedoch wieder auf und wurde Geschichtslehrer an einer Privatschule für Mädchen. Er lernte den Dichter Alexander Puschkin kennen, der ihm Freund und Förderer wurde und ihm den Weg in die russische Literatur wies. So regte Puschkin an, den Revisor und Die toten Seelen zu schreiben – beide Werke fanden später höchste Anerkennung. Puschkin verschaffte Gogol auch wiederholt Arbeit als Privatlehrer und Universitätsprofessor, wenngleich Gogol diese Tätigkeiten nie lange ausübte.
Gogol feierte mit seinen volkstümlichen ukrainischen Erzählungen (Die Abende auf einem Weiler bei Dikanka) einen Überraschungserfolg. Noch überwog die Komik in der Darstellung der Teufel und Hexen, jedoch wurde schon hier die Neigung zum alles durchdringenden Dämonischen deutlich, die sich in Gogols späteren Werken voll entwickelte. Eine weitere Sammlung von Dorfgeschichten mit dem ukrainischen Thema, Mirgorod (Миргород, 1835), knüpft an den Erfolg der Abende an und nimmt bereits entscheidende Momente von Gogols reiferen Werken vorweg. Zu dieser Zeit wurde Gogol einer der wichtigsten Vertreter der „ukrainischen Schule“ in der russischen Literatur.
1834 wurde Gogol Assistenz-Professor am Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte an der Universität Sankt Petersburg. Diese Stellung musste er im Dezember 1835 wieder aufgeben, da er nicht die formalen Qualifikationen besaß, die ein neues Universitätsgesetz verlangte.
Mit den sogenannten Petersburger Erzählungen (Петербургские повести, 1842) wandte sich Gogol der russischen Metropole und neuen Themen zu: Sie zeigen das Leben von Beamten, Offizieren und Handwerkern in der Großstadt, in der Laster und Geldgier herrschen und wo sich das Dämonische überall im Alltäglichen manifestieren kann. Das Beamtentum wird auch in seiner Komödie Der Revisor (Ревизор, 1836) karikiert, deren Sujet auf einen Vorschlag Puschkins zurückgeht.
Sein Hauptwerk, Die toten Seelen (Мертвые души), erschien im Mai 1842 zensurbedingt unter dem Titel Die Abenteuer von Tschitschikow. Die Titeländerung und einige andere Modifikationen waren von der Petersburger Zensurkommission verhängt worden, nachdem die Moskauer Zensurkommission (bei der Gogol das Manuskript ursprünglich eingereicht hatte) die Genehmigung verweigert hatte, da die Seele als unsterblich galt und es daher keine toten Seelen gäbe. Der Protagonist des Romans, Tschitschikow, ist entschlossen, sich mit allen Mitteln zu bereichern. Er entdeckt, dass er Bankdarlehen vom Staat gegen die Bürgschaft der Leibeigenen, in bürokratischer Sprache die Seelen, erhalten kann. Da er gar keine hat, reist er in die Provinzen, um jene Gutsbesitzer zu suchen, denen nach der letzten Volkszählung Knechte gestorben sind, für die sie bis zur nächsten Zählung noch Steuern zahlen müssen. Alle wollen ihm ihre „toten Seelen“ verkaufen. Alle Fehler und Mängel des Landadels hebt Gogol durch seine satirische Komödie hervor. Er beschrieb treffend die teils großspurige wie korrupte Lebensart des russischen Landadels. Als Gutsbesitzer lebten viele Adlige ein zurückgezogenes Leben auf ihren Landgütern. Ihre Söhne gingen meist als Offiziere zur Armee, wo sie spielten und sich duellierten. Die Bauern waren Leibeigene.
Zwischen 1836 und 1848 unternahm Gogol Reisen durch Deutschland, die Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien und durchlief eine schwere schöpferische Krise. 1848 begab er sich auf eine Wallfahrt nach Palästina und geriet unter den Einfluss eines exaltierten Priesters, der seine Werke als verderbt ansah. In einem Anfall religiösen Wahns verbrannte er daraufhin das Manuskript des zweiten Teils der „Toten Seelen“.
Über Gogols Tod gibt es mehrere Gerüchte. Nach der allgemein akzeptierten Version ging Gogol am 18. Februar 1852 zu Bett und hörte auf zu essen. Am 20. Februar beschloss ein Rat aus Ärzten, eine künstliche Ernährung unter Zwang durchzuführen. Dies führte zur endgültigen Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Gogol fiel am Abend in Ohnmacht und starb am Morgen des 21. Februar im Alter von 42 Jahren.